Schwanger. Und jetzt?
Der erste Schritt, um festzustellen ob du tatsächlich schwanger bist, ist ein Schwangerschaftstest für zu Hause.
Schon ab Beginn der Schwangerschaft wird im Körper ein ganz spezielles Hormon produziert, das sogenannte β-HCG (Beta-HCG). Im Harn, aber auch im Blut, kann dieses Hormon bestimmt werden, um so eine Schwangerschaft festzustellen. Wenn du zu Hause einen Test machen möchtest, wird dafür Harn benötigt. Dein/e Gynäkologe/in oder Hausarzt/ärztin kann aber auch mittels einer Blutuntersuchung eine Schwangerschaft feststellen.
Am besten erst dann, wenn deine Periode überfällig ist! Es gibt zwar auch sogenannte „Frühtests“, die schon vor dem Ausbleiben deiner Tage eine Schwangerschaft feststellen können. Allerdings ist es sicherer, auf das Ausbleiben zu warten. Wenn dies der Fall ist, testest du am besten mit Morgenurin. Das bedeutet: In der Früh, wenn du das erste Mal zur Toilette gehst.
Du kannst entweder direkt auf den Teststreifen urinieren. Oder du sammelst deinen Harn zuerst in einem Becher und steckst den Teststreifen dann hinein. Danach brauchst du etwas Geduld. Meist muss man einige Minuten warten, bis man ein Ergebnis bekommt. Bitte beachte die Informationen des Test-Herstellers in der Packungsbeilage!
Sehr viele Hersteller arbeiten noch mit dem „Striche-Prinzip“. Das bedeutet: 1 Strich = negativ, 2 Striche= positiv; Es gibt dabei einen „Kontrollstrich“. Dieser taucht immer auf. Taucht gar kein Strich auf, ist der Test ungültig. Dann gibt es den „Teststreifen“. Wenn dieser auftaucht, bist du wahrscheinlich schwanger. Dabei ist es ganz egal, ob der Strich nur ganz zart und blass, oder richtig kräftig zu sehen ist. Mittlerweile gibt es auch Tests, die dir in Worten sagen ob du schwanger bist, oder nicht. Diese haben eine Art Fenster, in dem die Worte „schwanger“ oder „nicht schwanger“ stehen. Für welche Art von Test du dich entscheidest, bleibt dabei dir überlassen.
Schwangerschaftstests gibt es in jeder Apotheke frei zu kaufen. Aber auch in einem Drogeriemarkt (z.B. DM, BIPA, Müller…) wirst du fündig.
Ein Test kostet ungefähr zwischen 7 – 17€, je nach Hersteller.
Vielleicht hast du eine gute Freundin/Freund, deine Eltern oder eine andere Vertrauensperson, mit der du gut über deine Situation sprechen kannst. Sie können dir auch beistehen, während du auf das Testergebnis wartest.
Das Beste ist natürlich, deine Eltern so schnell wie möglich ins Boot zu holen. Sie können dir helfen, dir beistehen und dir den nötigen Rückhalt geben. Wenn du dich nicht traust, es ihnen allein zu sagen, nimm eine gute Freundin oder andere vertraute Person mit zu dem Gespräch. Vielleicht sind deine Eltern im ersten Moment nicht ganz begeistert. Aber vergiss nicht: du bist immer noch ihr Kind und sie werden dir helfen, mit deiner Situation klarzukommen! Sollten deine Eltern nicht für ein Gespräch zur Verfügung stehen, wende dich an eine andere, dir vertraute Person (z.B. Oma, Tante, Schwester….).
Wer hilft mir?
In der Schwangerschaft stehen dir in erster Linie eine Hebamme und ein/e Gynäkologe/in zu Seite. Vielleicht hattest du mit diesen Berufsgruppen noch nie etwas zu tun und bist deswegen verunsichert. Wir erklären dir, was diese Personen machen und wie sie dich in dieser besonderen Zeit unterstützen können.
Eine Hebamme berät, betreut und begleitet dich in der Schwangerschaft, während der Geburt und in der Zeit danach. In der Schwangerschaft kontrolliert die Hebamme deinen Gesundheitszustand und dein Baby. Sie sorgt gemeinsam mit dem Frauenarzt für einen normalen und gesunden Verlauf der Schwangerschaft. Einige Hebammen bieten unter anderem auch Geburtsvorbereitungskurse an, die dich über die Schwangerschaft, die Geburt und die Zeit danach vorbereiten. Du kannst auch ein kostenloses Hebammenberatungsgespräch in Anspruch nehmen. Das geht zwischen der 18. und 22. Schwangerschaftswoche. In diesem Gespräch werden verschiedene Themen wie zum Beispiel Ernährung oder die Wahl des Geburtsortes geklärt. Eine Hebamme ist eine Vertrauensperson, mit der du aber ohne Weiteres auch alle deine Gedanken und Probleme bereden kannst. Hebammen arbeiten im Kreißsaal und begleiten dich bei der Geburt. Sie arbeiten auch auf der Station, wo du nach der Geburt betreut wirst. Danach besucht deine Hebamme dich und dein Baby auch zu Hause. Sie berät dich und deine Angehörigen und kann dir bei Fragen oder Problemen jederzeit weiterhelfen. Kümmere dich jedenfalls frühzeitig um eine Hebamme, wenn du ihre Betreuung in Anspruch nehmen möchtest. Es gibt Kassenhebammen, die von deiner Krankenversicherung bezahlt werden und Wahlhebammen, die privat zu bezahlen sind. Unter www.hebammen.at kannst du eine Hebamme in deiner Nähe finden. Manche Hebammen haben sich speziell auf Teenager Mütter spezialisiert und stehen dir gerne zur Seite. Auch auf dieser Seite findest du die Kontaktdaten von zwei Hebammen, die speziell für Teenagermütter bereitstehen. Melde dich und sie werden dir weiterhelfen!
Kontakt:
Karoline Rosicky, Hebamme BSc, Tel.: 0699 17076396
Mag.a Birgit Münzer, Hebamme, Tel.: 0650 305052
Vielleicht hast du schon einmal einen Termin bei einem Frauenarzt/in (Gynäkologen/in) gehabt. Falls nicht, ist es nicht schlimm. Wir erklären dir kurz, was ein/e Gynäkolog/in macht und wie du eine/n findest. Es gibt Frauenärzte und -ärztinnen. Sie sind zuständig für die Frauengesundheit. Sie haben ein großes Aufgabengebiet. Sie beraten zu Verhütungsmethoden, begleiten dich während deiner Schwangerschaft und der Geburt, sowie in der Zeit danach. Außerdem sind sie verantwortlich für die Gesundheit deiner Brust und Geschlechtsorgane. Wenn du einen Termin mit einem/einer Gynäkolog/in hast, wird er/sie zuerst in Ruhe mit dir reden. Wenn nötig wirst du vaginal untersucht, keine Angst das tut nicht weh! Er/Sie wird auch einen Ultraschall von dem Baby machen, um den gesundheitlichen Zustand feststellen zu können. Außerdem nimmt er/sie dir Blut ab, um deine Blutgruppe etc. zu erfahren. Wenn du noch keinen Frauenarzt/in hast, redest du am besten mit Freundinnen, deiner Mutter oder einer anderen Bezugsperson. Ihr könnt gemeinsam einen für dich passenden Arzt (oder Ärztin) finden. Am Besten ihr macht euch gemeinsam auf die Suche nach einem geeigneten Frauenarzt. Unter den weiterführenden Kontakten findest du die First Love Ambulanz. Dort kannst du unverbindlich (auch anonym) einen ersten Termin vereinbaren.
Eine besondere Unterstützung bieten dir das Angebot der Frühe-Hilfen-Netzwerke. Es ist ein freiwilliges Angebot für(werdende) Eltern und Familien in belastenden Lebenssituationen und hauptsächlich für den Zeitraum der Schwangerschaft und die ersten drei Lebensjahren deines Kindes gedacht. Eine Ausweitung bis zum sechsten Lebensjahr ist möglich.
Bei den Frühen-Hilfen hast du eine fixe Bezugsperson, die dich regelmäßig zu Hause besucht und unterstützt. Sie berät dich nach deinem persönlichen Bedarf und kann Kontakte zu weiteren Stellen herstellen. Genauere Informationen: https://www.fruehehilfen.at/
Welchen Weg kann ich gehen?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten für dich und dein Kind. Wichtig ist vor allem, dass du weißt wer dir hilft und dass du alle Informationen einholst, die du brauchst, um die für dich richtige Entscheidung zu treffen. Eines sei dir schon vorab gesagt, egal welchen Weg du gehen wirst, er wird der passende Weg für dich sein. Vertraue in dich und deine Entscheidung! Es ist deine Entscheidung, lass dich von niemanden zu etwas zwingen!
Hier findest du die Möglichkeiten, welchen Weg du gehen kannst:
Das mag für dich vielleicht zurzeit absurd oder einfach klingen, aber es gibt natürlich auch die Möglichkeit dein Kind zu behalten. Im Abschnitt „Wer kann mir helfen?“ und „Deine Rechte und Pflichten“, aber auch in der „FAQ“ findest du nützliche Informationen, wenn du dein Kind behalten möchtest. Versuch dir auch vorzustellen wie dein Leben vielleicht in ein paar Monaten, einem Jahr oder mehreren Jahren mit oder ohne Kind aussehen könnte. Das kann dir helfen dich zu entscheiden.
Du möchtest dein Kind behalten, befindest dich aber gerade in einer schwierigen Lebensphase oder Familiensituation und weißt nicht, wo du mit deinem Kind hinsollst? Eine Mutter-Kind-Einrichtung stellt für viele junge Frauen eine gute und längerfristige Lösung dar. Die Einrichtung unterstützt dich in dieser besonderen Zeit und bietet dir und deinem Kind verschiedenste Hilfen und Betreuungsmaßnahmen. Du bekommst Beratung zu Ausbildung, Lebensführung, Gesundheit, Erziehung, Finanzen und Hilfe bei der Wohnungssuche. Außerdem wirst du in deiner Selbständigkeit gestärkt und dir neue Perspektiven gezeigt. Je nach Einrichtung kannst du dort mindestens sechs Monate und bis zu zwei Jahre mit deinem Kind bleiben. In Kärnten gibt es das Eltern-Kind-Wohnen Moosburg des SOS Kinderdorf und das Mutter-Kind-Wohnen der AVS. Genauere Informationen: https://www.avs-sozial.at/mutter-kind-wohnen
Ist es dir in deiner momentanen Situation nicht möglich, dich selbst um dein Kind zu kümmern? Du hast die Möglichkeit, dass dein Kind zu einer Pflegefamilie kommt. Die Familie sorgt solange für dein Kind, bis du in der Lage bist diese Aufgabe wieder zu übernehmen. Während dieser Zeit kannst du immer Kontakt mit deinem Kind haben und es aufwachsen sehen. Möchtest du dein Kind einer Pflegefamilie anvertrauen, kannst du Kontakt mit dem zuständigen Jugendamt aufnehmen.
Auch Adoption ist eine Möglichkeit. Du kannst das Kind austragen und es dann für ein Paar oder eine Einzelperson freigeben, wo es aufgenommen wird und aufwächst. Wenn du dein Kind zur Adoption freigeben möchtest, solltest du schon in der Schwangerschaft Kontakt mit einer Adoptionsberatungsstelle aufnehmen. Dort wird man dich über alles genau aufklären und mit dir die nächsten Schritte besprechen. Je nach Form der Adoption hast du unterschiedliche Ansprüche auf Informationen über dein Kind. Das alles erklärt dir die Beratungsstelle. Erst nach der Geburt unterschreibst du die Einwilligungserklärung zur Adoption und entscheidest über die Adoptionsform. Bis zur gerichtlichen Entscheidung hast du immer noch Zeit dich umzuentscheiden, wenn du dein Kind selbst großziehen möchtest.
In Österreich hast du seit 2001 die Möglichkeit dein Kind anonym zur Welt zu bringen. Das bedeutet, dass du ohne Angaben deiner Daten, also anonym, dein Kind in einem Krankenhaus unter medizinischer Versorgung, Betreuung und Unterstützung gebären kannst. Wenn du das Krankenhaus verlässt, hast du Anspruch auf eine Nachbetreuung. Wenn du dein Kind anonym in einem Krankenhaus bekommst, bedeutet das gleichzeitig, dass es zur Adoption freigegeben wird. Bis eine passende Familie für dein Kind gefunden wird, übernimmt das Jugendamt oder die Jugendwohlfahrt die Fürsorge für dein Kind. Du kannst, wenn du das möchtest, einen Brief, ein Foto oder ein anderes Erinnerungsstück für dein Kind im Krankenhaus hinterlegen. Bis zu sechs Monate nach der Geburt hast du jederzeit die Möglichkeit, deine Entscheidung zu widerrufen, in dem du deine Identität preisgibst.
Wenn du dein Kind nicht im Krankenhaus bekommst, bietet die Babyklappe die Möglichkeit, dein Kind anonym an einem sicheren Ort, einem Krankenhaus, abzugeben. Der Zugang und die Abgabe deines Kindes sind unbeobachtet möglich. Bedenke, dass die Babyklappe nicht wieder geöffnet werden kann, sobald du sie verschließt. Nach der Abgabe wird dein Kind im Krankenhaus medizinisch versorgt und später dem Jugendamt oder der Jugendwohlfahrt übergeben. Wie bei der anonymen Geburt im Krankenhaus hast du auch hier sechs Monate Zeit dich zu melden. Tust du das nicht, wird dein Kind wiederum zur Adoption freigegeben.
In Kärnten gibt es im Klinikum Klagenfurt, dem Krankenhaus Barmherzige Brüder St. Veit und im Landeskrankenhaus Wolfsberg eine Babyklappe.
Es ist dir nicht möglich dein Kind auszutragen? Du hast die Möglichkeit die Schwangerschaft abzubrechen. In Österreich ist das innerhalb der ersten drei Monate nach Beginn der Schwangerschaft straffrei. Voraussetzung dafür ist, dass du von einem/r Arzt/Ärztin ausführlich aufgeklärt wurdest. Viele Familien- und Frauenberatungsstellen und Frauengesundheitszentren bieten eine solche Beratung an. Nach dieser Frist ist ein Abbruch nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich, die man mit dir in der Beratung besprechen wird.
Meine Rechte und Pflichten
Wenn du Mutter wirst bist du mit vielen Veränderungen konfrontiert. Wir wollen dir deine wichtigsten Rechte und Pflichten aufzeigen. Wenn du Fragen hast, denk immer daran, du bist nicht allein und kannst Hilfe in Anspruch nehmen.
Rechte
In der Schwangerschaft hast du das Recht auf professionelle Betreuung durch eine Hebamme und einen Frauenarzt/ärztin. Was eine Hebamme und ein/e Frauenarzt/in machen, und wie du sie findest, erfährst du im Punkt „Wer hilft mir?“.
Als werdende Mutter darfst du in den letzten 8 Wochen vor dem Geburtstermin nicht arbeiten. Besteht aus medizinischer Sicht Gefahr für dich oder dein Kind, kannst du bereits früher freigestellt werden. Das entscheidet dein Arzt oder deine Ärztin. Auch wenn du noch zur Schule gehst, hast du die Möglichkeit in dieser Zeit zuhause zu bleiben. Nach der Geburt deines Kindes hast du weitere 8 Wochen Anspruch auf Mutterschutz, nach einer Frühgeburt, einem Kaiserschnitt oder bei Zwillingen sogar 12 Wochen.
Warst du bereits berufstätig, erhältst du in der Zeit deiner Freistellung von deiner Krankenkasse Wochengeld. Der Arbeitgeber zahlt in diesem Zeitraum keinen Lohn / Gehalt. Bei Unklarheiten kannst du dich an die Arbeiterkammer wenden.
Egal ob du arbeitest oder nicht, Familien-Beihilfe bekommst du für jedes Kind. Für die Familien-Beihilfe musst du keinen Antrag stellen, nachdem du das Kind gemeldet hast, wird automatisch ein Brief vom Finanzamt gesendet. Wie hoch der Betrag für die Beihilfe ist, hängt davon ab, wie viele Kinder du hast und wie alt sie sind. Familien-Beihilfe wird jeden Monat ausbezahlt.
Um Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld zu haben, musst du alle 10 Untersuchungen im Mutter-Kind Pass machen. Bereits beim Beantragen des Kinderbetreuungs-Geldes musst du die 5 Untersuchungen in der Schwangerschaft und die erste Untersuchung beim Neugeborenen nachweisen können und der Krankenkasse vorlegen. Das Kinderbetreuungsgeld kann ab dem Tag der Geburt deines Kindes bei der Krankenkasse beantragt werden und wird dann entweder als Pauschale oder abhängig vom Einkommen ausbezahlt. Nach den 5 Untersuchungen des Neugeborenen erhältst du einen Brief, der dich daran erinnert, die restlichen Untersuchungen bis 15. Monate nachzureichen, sodass du das Kinderbetreuungs- Geld weiterhin bekommst.
Dein Kind hat Unterhaltsansprüche. Diese gelten in erster Linie gegenüber seinen Eltern, im Bedarfsfall aber auch gegenüber den Großeltern. Der Elternteil, der das Kind im gemeinsamen Haushalt versorgt leistet dadurch seinen Beitrag. Der andere Elternteil (in der Regel ist das der Vater des Kindes) ist verpflichtet Unterhalt zu bezahlen. Abhängig davon, ob der Kindesvater selbst noch minderjährig ist und dieser Unterhalsverpflichtung nicht nachkommen kann, kann die Verpflichtung auf die Großeltern übertreten. Hier empfiehlt sich jedenfalls eine persönliche Beratung. Erste Informationen findest du aber auch hier.
Pflichten
Wenn du noch schulpflichtig bist, ist die Zeit des Mutterschutzes ein legitimer Entschuldigungsgrund, der deine Abwesenheit vom Unterricht rechtfertig. Du hast ebenso wie arbeitende Schwangere, die Möglichkeit diese Zeit in Anspruch zu nehmen. Es ist dir aber erlaubt freiwillig an Prüfungen oder wichtigen Terminen teilzunehmen (§ 45 SchUG Fernbleiben von der Schule). Anspruch auf Wochengeld hast du in diesem Zeitraum keinen. Erst ab der Geburt deines Kindes hast du die Möglichkeit Kinderbetreuungsgeld und Familienbeihilfe zu beziehen.
Obsorge für dein Kind ist dein Recht und auch deine Pflicht, sofern du volljährig bist. Obsorge umfasst Pflege und Erziehung deines Kindes, die Vermögensverwaltung und die gesetzliche Vertretung deines Kindes. Solange du noch nicht volljährig bist, teilst du diese Obsorge mit dem zuständigen Kinder- und Jugendhilfeträger (Jugendamt). Gibt es eine geeignete volljährige Person in deinem Umfeld, kann die Obsorge auf diese Person übertragen werden. Dazu musst du einen Antrag beim Pflegschaftsgericht stellen.
Nach der Geburt deines Kindes informiert das Krankenhaus den zuständigen Kinder- und Jugendhilfeträger. Der wird sich daraufhin mit dir und deiner Familie in Verbindung setzen, um das Thema Obsorge zu besprechen. Informationen findest du hier.
Hier können die Frühen Hilfen als zusätzlicher Gesprächspartner eine gute Lösung sein. (siehe „Wer hilft mir?“).
Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit danach
Eine Schwangerschaft dauert in der Regel 40 Wochen, gerechnet ab dem ersten Tag deiner letzten Periode. In dieser Zeit muss sich in deinem Körper viel verändern, um dein Baby versorgen zu können. Zum einen passieren Veränderungen, die auch nach außen hin sichtbar sind. Dein Bauch und deine Brüste werden wachsen. So bietet dein Bauch deinem Baby genug Platz und bereitet die Brust auf das Stillen vor, wenn du das möchtest. Vielleicht wirst du einen dunklen Strich auf deinem Bauch (von deinem Schambereich hoch bis zum Bauchnabel) oder dunkle Pigmentflecken in deinem Gesicht entdecken. Auch das ist normal, weil es durch Hormonveränderungen zu einer stärkeren Pigmentierung kommen kann. Es ist auch möglich, dass du Schwangerschaftsstreifen bekommst. Das sind feine Risse der Unterhaut, meist am Bauch, wenn dieser schon recht groß ist. Aber auch innerlich wird sich viel verändern. Durch die Schwangerschaftshormone bist du wahrscheinlich oft müde oder erlebst eine richtige Gefühlsachterbahn. Viele Frauen leiden vor allem in den ersten drei Monaten an starker Übelkeit.
Auch wenn dir diese vielen Veränderungen vielleicht Sorgen bereiten, sollst du wissen, dass die meisten davon völlig normal sind. Wenn du dir aber unsicher bist, darfst du jederzeit deine/n Frauenarzt/ärztin, oder deine Hebamme um Rat fragen. Sie begleiten dich durch diese spannende und verwirrende Zeit und beantworten dir deine Fragen. Wenn du magst, kannst du dir ein Buch zum Thema Schwangerschaft besorgen. Darin findest du viele Informationen über die gesamte Schwangerschaft.
In Österreich gibt es einen Mutter-Kind-Pass. Das ist ein wichtiges Dokument, das dich durch die gesamte Schwangerschaft und weiter bis zum 5. Geburtstag deines Kindes begleitet. Darin sind Untersuchungen für dich in de Schwangerschaft und für dein Baby nach der Geburt angeführt. Einige davon sind verpflichtend, um nach der Geburt das Kinderbetreuungsgeld beziehen zu können.
Das Thema Geburt ist oft mit vielen Unsicherheiten und Ängsten verbunden. Lass dir zunächst gesagt sein, dass das allen werdenden Müttern so geht, unabhängig von ihrem Alter!
Wenn du an die Geburt denkst, fallen dir bestimmt viele dramatische Filmszenen ein. Im wahren Leben ist eine Geburt nicht so, wie sie im Kino dargestellt wird. Am besten redest du mit deiner Hebamme über die Geburt, da du bei der Geburt in erster Linie auch von einer Hebamme begleitet wirst. Es gibt viele Möglichkeiten wie du dein Kind zur Welt bringen kannst. Das geht im Krankenhaus, oder mit deiner persönlichen Hebamme zu Hause. So, oder so, kannst du in verschiedenen Positionen (auch im Wasser) gebären. Generell ist die normale Geburt (also durch die Vagina) von der Natur vorgesehen. Am wichtigsten ist, dass du auf deinen Körper und deine Instinkte vertraust. Du und dein Baby seid ein Team und schafft das gemeinsam.
Manchmal kann auch ein Kaiserschnitt notwendig sein. Es ist wichtig, dass du auch darüber mit deiner Hebamme und deinem/r Arzt/Ärztin sprichst und diese Option im Hinterkopf behälts. Sie werden dich über alles aufklären, was du wissen musst.
Nach der Geburt bist du im Wochenbett. So heißen die ersten Wochen nachdem du dein Kind bekommen hast. Die ersten Tage wirst du wahrscheinlich im Krankenhaus verbringen. In dieser Zeit sollst du dich schonen und dein Baby kennen lernen. Wenn du stillst, wirst du in den ersten Tagen viel Zeit nur damit verbringen.
Wenn dich eine Hebamme betreut, wird sie dich mehrmals zuhause besuchen kommen. Sie beantwortet dir deine Fragen und kontrolliert, ob es dir und deinem Baby gut geht. Bei jedem Besuch wird sie sich nach deinem Wohlbefinden erkunden und untersuchen, ob deine körperliche Rückbildung normal verläuft. (Bsp.: nach der Geburt muss sich die Gebärmutter schnell zurückbilden) Außerdem schaut sie ob dein Baby gut gedeiht. Das bedeutet, dass sie schaut wie dein Baby ernährt wird, wie es trinkt und natürlich ob es gut zunimmt und fit ist.
Nutze dein Wochenbett und lass dich von Freunden und Familie verwöhnen! Das wichtigste ist, dass es dir und deinem Baby gut geht.
FAQs
Um eine Schwangerschaft festzustellen kann entweder ein Urintest oder ein Bluttest gemacht werden. Bei beiden Varianten wird die Konzentration des Schwangerschaftshormons Beta-hCG bestimmt. In den ersten Wochen der Schwangerschaft steigt der Beta-hCG-Wert deutlich an. Zwischen der fünften bis zur zehnten Woche bieten Urintests zuverlässige Ergebnisse. Die im Handel käuflichen Urintests gelten als sicher und liefern ein Ergebnis mit einer Genauigkeit von mehr als 99.9%.
Wird der Urintest in einem sehr frühen Schwangerschaftsstadium durchgeführt, kann es sein, dass der Beta-hCG-Wert noch nicht ausreichend hoch ist und der Test somit falsch negativ ausfällt. Positive Ergebnisse eines Schwangerschaftstests sind höchst selten falsch.
Wenn du auf Nummer sicher gehen willst kannst du einen Bluttest durchführen lassen. Dieser ist bereits sieben Tage nach der möglichen Befruchtung, also schon vor Ausbleiben der Periode möglich.
Diese Frage bezieht sich meist auf das Finanzielle, jedoch braucht ein Kind vor allem eines: Liebe. Natürlich geht es nicht ohne jegliche finanzielle Mittel, doch am Anfang braucht das Kind speziell die Liebe und Zuneigung der Mutter. Wird gestillt, kann man sich einiges an Geld für Fertignahrung sparen. Noch dazu braucht ein Neugeborenes kein fertig eingerichtetes Kinderzimmer. Ein Bettchen neben dem Bett der Mutter reicht vollkommen, um anfangs die Bedürfnisse des Kindes perfekt zu stillen. Der Staat unterstützt mit Familienbeihilfe und Karenzgeld (siehe unter finanzielle Unterstützung). Mit dem Wachsen des Kindes kann die Mutter einem Beruf nachgehen und das Kind entweder in der Kindergrippe, im Kindergarten oder bei der Tagesmutter mit gutem Gewissen abgeben (siehe unter Kindergrippe, Kindergarten oder Tagesmutter). Aktion Leben unterstützt junge Mütter in Notsituationen sei es die Erstlingsausstattungen, Baby- und Kleinkinderbekleidung oder Beratung und Unterstützung bei der jeweiligen finanziellen Situation. Es findet oftmals eine Zusammenarbeit mit anderen Beratungsstellen statt. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit einer Mutter-Kind-Wohngemeinschaft für Schwangere und junge Mütter in Not und Krisensituationen.
Die Caritas bietet für Eltern und Kinder von Geburt bis zum 7. Lebensjahr eine kostenlose Beratung bei jeglichen Sorgen an. Ebenso wird kostenlos eine Lebens- und Familienberatung angeboten. Aktion Leben berät schwangere Frauen in Not- und Konfliktsituation, Familien mit Kindern von 0-3 Jahre, bei finanziellen Problemen, bei spezieller Problematik alleinerziehender Mütter, bei Problemen in der Alltagsbewältigung oder Konflikten in der Partnerschaft. Unter https://www.familienberatung.gv.at/ findest du Beratungsstellen zu unterschiedlichen Themen in ganz Kärnten.
Es gibt Momente im Leben da werden Frauen ungewollt schwanger und sind aus unterschiedlichsten Gründen manchmal nicht in der Lage, das Kind zu bekommen oder selbst großzuziehen. In solchen Situationen sind eine ausführliche Beratung und Begleitung wesentlich.
Unter dem Punkt „Welchen Weg kann ich gehen“ findest du wichtige Informationen zu diesem Thema.
In Österreich gibt es verschiedene Formen, wie du finanziell unterstützt werden kannst. Unter „Meine Rechte und Pflichten“ findest du Informationen, zu den Geldern, die dir und deinem Baby zustehen.
In Österreich herrscht Schulpflicht. Wenn du noch schulpflichtig bist gibt es bestimmte Regelungen. Genaueres erfährst du unter „Meine Rechte und Pflichten“.
Wenn du eine Lehre machst oder in einem anderen aufrechten Dienstverhältnis beschäftigt bist, hast du denselben Anspruch auf Mutterschutz und Wochengeld wie volljährige, arbeitende Mütter. Bei der Arbeiterkammer bekommst du alle nötigen Informationen, die du brauchst.
Rauchen in der Schwangerschaft ist deshalb schlecht, da Nikotin und auch viele andere giftige Stoffe, die beim Abbrennen der Zigarette entstehen eine schädigende Wirkung auf dein Baby haben können. Speziell bei Raucherinnen treten öfter Fehlgeburten, Missbildungen, oder eine vorzeitige Ablösung der Plazental auf. Außerdem sind Kinder von Raucherinnen oft unterentwickelt. Auf www.rauchfrei.at bekommst du Unterstützung, wenn du Schwierigkeiten hast mit dem Rauchen aufzuhören.
Wenn du Alkohol trinkst, geht dieser direkt auf dein Baby über. Auch geringste Mengen können sich auf die Entwicklung deines Kindes auswirken. Eine Frühgeburt sowie Fehlbildungen oder sogar Entzugserscheinungen nach der Geburt sind möglich. Deshalb solltest du auch schon beim Verdacht auf eine Schwangerschaft einen großen Bogen um Alkohol machen. Weitere Informationen findest du unter: https://www.gesundesleben.at/alkohol-in-der-schwangerschaft-folgen/
Drogen, die du in der Schwangerschaft konsumierst, können die Entwicklung des Kindes nachhaltig stören und im schlimmsten Fall zu Fehl- und Totgeburten führen. Aus diesem Grund sollten Rauschmittel in der Schwangerschaft unbedingt gemieden werden.
Wenn es dir schwer fällt in der Schwangerschaft auf Drogen zu verzichten, gibt es dafür Beratungsstellen, die dir unvoreingenommen weiterhelfen. Infos findest du außerdem unter: https://sdw.wien/
Ja, Sex in der Schwangerschaft ist vollkommen in Ordnung. Du schadest dem Kind damit nicht. Wichtig ist nur, dass du dich wohlfühlst.
Die Kinderkrippe (Krabbelstube) ist eine Betreuungsform für Kinder bis zu 3 Jahren. Einrichtungen dieser Art sind auf die Bedürfnisse von Babys und Kleinkindern abgestimmt. Unter der genannten E-Mail Adresse findest du eine Liste der Kinderkrippenplätze in Kärnten: http://olga.pixelpoint.at/media/PPM_3DAK_bl2010/~M0/279.3dak.pdf
Alternativ hast du auch die Möglichkeit, dein Kind bei einer Tagesmutter (oder Tagesvater) betreuen zu lassen. Die Arbeitsvereinigung der Sozialhilfe Kärntens unterstützt Familien und gibt einen Überblick über freie Plätze in ganz Kärnten.
Kindergärten bieten familienergänzende Betreuung für Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt. Unter folgender E-Mail-Adresse findest du Kindergärten in ganz Kärnten sowie die Höhe der Kosten: http://www.kinderbetreuung-kaernten.at/Default.aspx?SIid=22&bezirk=6
Für Kinder vor dem Schuleintritt, die bis zum 31. August das 5. Lebensjahr vollendet haben, ist der halbtätige Kindergartenbesuch (mind. 20 Stunden pro Woche) verpflichtend und kostenlos. Seit dem Jahr 2018/19 gibt es in für alle Kindergartenkinder in Kärnten das Kärntner Kinder-Stipendium. Dabei unterstützt das Land Kärnten Familien finanziell bei der Kinderbetreuung. Informationen dazu findest du unter https://www.ktn.gv.at/Service/kalkulator.
Eine weitere finanzielle Unterstützung ist die Kinderbetreuungsbeihilfe, die über das AMS gefördert wird. Diese kann gewährt werden, wenn die Kinderbetreuung notwendig ist, um eine Arbeit oder Aus- und Weiterbildung aufzunehmen bzw. eine Beschäftigung beizubehalten.
Weiterführende Kontakte
Hast du noch Fragen? Wir stehen dir gerne zur Verfügung. Alles was du uns erzählst bleibt vertraulich!
Hier geht´s zum Kontaktformular.
Mag.a Birgit Münzer
Hebamme
Tel: 0650 3050528
Karoline Rosicky, BSc
Hebamme
Tel: 0699 17076396
First Love Ambulanz
Gynäkologische Ambulanz am Klinikum Klagenfurt am Wörthersee (ELKI)
Immer montags von 13.30 bis 16.00 Uhr
Eine telefonische Voranmeldung ist unbedingt erforderlich: Tel: +43 463 538 39500.